gpz600r

Die Kawasaki GPZ 600 R ist eng mit der GPX 600 R verwand. Die GPX sollte nach den Vorstellungen der Kawasaki-Mannen die GPZ ablösen. Das dies nicht funktionierte hatte verschiedene Gründe, doch dazu später mehr.

                       

                        Die Kawasaki GPZ 600 R von 1985

Die GPZ 600 R revolutionierte 1985 die Sportmotorradszene. Sie war mit der Kawasaki GPZ 900R von 1984 das erste Motorrad aus Akashi, was den heute noch legendären Beinamen "Ninja" trug. Mehr noch, sie gilt als Begründerin der heute so beliebten 600er Klasse und ist somit für die Motorradgeschichte schon von Bedeutung. Es mag aus heutiger Sicht lächerlich anmuten, doch der wassergekühlte Vierzylinder- Reihensechshunderter mit 75 PS war zur damaligen Zeit ein ein richtiger Brenner. Eine Literleistung von 125 PS in der Mitte der 80er noch nicht an der Tagesordnung. Das Fahrwerk steht dem sportlichen Motor in nichts nach. Vorn ist eine Telegabel mit Luftunterstützung und 140 mm Federweg eingebaut, hinten arbeitet ein Zentralfederbein mit Umlenkung und 130 mm Federweg. Die Telegabel hatte noch zwei zusätzliche Raffinessen an Bord. Zum ersten das AVDS (Automatic Variable Damping System)- eine automatische Anpassung der Druckstufendämpfung und zweitens ein Anti-Dive, zur Verminderung des Eintauchens bei starken Bremsmanövern. Beide Systeme funktionierten aus heutiger Sicht eher schlecht als recht, so daß viele GPZ-Eigner das Anti-Dive z.B. "außer Gefecht" setzten und lieber ordentliche Gabelfedern aus dem Zubehörhandel einbauten. Als Bereifung wählte man wie damals üblich 16 Zöller, vorn 2,5 und hinten 3,00 Zoll breit. Sie erlaubte Bereifung in den Dimensionen 110/90 und 130/90. Das 16 Zoll Felgen verbaut wurden bringt heutzutage mit sich, daß die Reifenwahl bei der GPZ 600 R stark eigeschränkt ist. Die absolute Empfehlung ist im Moment der Bt45 von Bridgestone in 120/150er Breite. Er hat ausgezeichneten Naß.- und Trockengrip so wie eine gute Haltbarkeit. Gerade für Youngtimer wie die GPZ 600 R gibt es im Moment nichts Besseres auf dem Markt. Seit Januar 2007 braucht er im Übrigen nicht mehr eingetragen zu werden. Eine Unbendenklichkeitsbescheinigung von Bridgestone genügt.Hier der Link zum Bt45 für Deine GPZ 600 R:bridgestone-freigaben.motorrad-daten.de/index.php

Auf der Straße gibt sich GPZ 600 R ultrahandlich. Gut die Federelemente sind vorn wie hinten zu lasch gedämpft und die Bremsen verlangen nach einer gewissen Handkraft, doch dem Handling tut das alles nur wenig Abbruch. Das Denken an die Kurve genügt und die kleine Kawa läuft wie von selbst durch das Geschlängel. Aufgrund der Schwäche der Federung funktioniert das am besten auf Asphalt erste Güte oder auch auf der Rennstrecke. Wird es holprig, dann kommt ordentlich Unruhe in die Fuhre. Der Motor ist ein rauer Geselle, die morgendliche Startprozedur kann die Nachbarn schon mal aus dem Bett schmeißen. Der Choke verlangt nach viel Fingerspitzengefühl. Entweder stirbt der Motor ab oder er heult bis 5000 Umdr./min. auf. Ein Mittelmaß ist schwer zu finden.Ist der Sechzehnventiler erstmal warm geworden und die Nadel des Drehzahlmessers geht gen 6000 dann brennt die GPZ ein wahres Feuerwerk ab und kreischt dabei wie eine Furie. Imposant auch noch in der heutige Zeit sind dann auch die Fahrleistungen, wenn man bedenkt, daß die Maschine "nur" 75 PS hat. Nur 4,3 Sekunden vergehen bis die Tachonadel die magische 100 km/h Grenze erreicht und erst bei ca. 214 km/h hat findet die Beschleunigung ein Ende.

Daten GPZ 600 R Modelljahr 1985

Hubraum: 592 ccm

Leistung: 75 PS bei 10500 Umdr./min.

Kühlung: Wasserkühlung

Motor: Reihenvierzylinder mit zwei obenl. Nockenwellen und 16 Ventilen

Leergewicht 216 kg

Tankinhalt:18 Liter

0-100 km/h: 4,3 sec.

60-100 km/h im letzten Gang: 6,3 sec.

Vmax: 214 km/h

Nach 5 Jahren Bauzeit hatte die GPZ 1990 ausgedient. Ab 1988 erhielt sie sogar noch den stärkeren Motor der GPX mit 85 PS. Die Kawa GPX 600 R sollte ab 1987 das Erbe der GPZ antreten. Doch Design der Nachfolgerin schreckte viele Fans der GPZ ab. Obwohl die Silouette nahezu gleich blieb gab es doch zahlreiche Änderungen im Erscheinungsbild. Die hinteren Blinker waren jetzt in die Verkleidung integriert. Der Tank hatte eine andere Form und der Rahmen war ebenfalls ein anderer und lugte auch nicht mehr durch die Verkleidung. Augenfälligste Änderung waren die zwei seitlich unterhalb des Tanks angebrachten Kunststoffplatten an denen die Knie des Fahrers zu liegen kamen. Die Summe dieser Änderungen gefiel dem Gros der eingeschworenen GPZ Gemeinde nicht. Das Honda mit der CBR 600 F 1987 und Yamaha mit der FZR 600 1990 auch zwei gute Sportler in der immer beliebter werdenen 600er Klasse anboten machte die Sache für die GPX 600 R nicht einfacher und Ihr Schicksal war im Grunde genommen duch die ZZR von 1992 aus eigenem Hause endgültig besiegelt.  

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